Die Wasserwirtschaft ist systemrelevant und hochkomplex. Sie leistet täglich einen unverzichtbaren Beitrag zum Klimaschutz und zur Gesundheitsvorsorge, bleibt für die Öffentlichkeit jedoch oft unsichtbar. Umso wichtiger ist es, die Leistungen der Menschen hinter dieser Infrastruktur zu würdigen. Vor diesem Hintergrund erhielt der Zweckverband Lollar-Staufenberg (ZLS) am 9. Juni 2026 erneut die begehrte Anerkennung als „DWA-Ausbildungskläranlage“.

Hohe Anforderungen und messbare Erfolge
Simon Sproß, Geschäftsführer des DWA-Landesverbandes Mitte, überreichte die Urkunde persönlich in der Betriebszentrale des ZLS. Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) würdigt damit die seit 2015 kontinuierlich hohe Qualität in der Ausbildung sowie die Bereitschaft des Teams vor Ort, Fachwissen mit Enganement und Motivation weiterzugeben.
Besonders hervorgehoben wurden die effektiven Optimierungsmaßnahmen des Verbandes: So gelang es dem ZLS, den jährlichen Stromverbrauch der Kläranlage Lollar von 1,6 Millionen Kilowattstunden auf unter 800.000 Kilowattstunden zu halbieren – ein entscheidender Faktor, da Energiekosten rund ein Drittel der Gesamtkosten ausmachen.
Strategie gegen den Fachkräftemangel
Angesichts einer prognostizierten Fachkräftelücke von rund 240.000 Personen in Hessen bis zum Jahr 2030 setzt der ZLS konsequent auf die Ausbildung im eigenen Haus. „Nur der Blick nach vorn und Engagement auf vielen Ebenen werden uns helfen, auch zukünftig die Daseinsvorsorge sicherzustellen“, betonte Simon Sproß bei der Übergabe.
Dass diese Strategie Früchte trägt, beweist das Beispiel von Jenny Wagner, die ihre Ausbildung zur Fachkraft für Abwassertechnik als Jahrgangsbeste abschloss. Das Berufsbild, das nunmehr die moderne Bezeichnung „Umwelttechnologe für Abwasserwirtschaft“ trägt, ist vielseitig und umfasst neben der Prozesskontrolle und Laborarbeit auch handwerkliche Fähigkeiten sowie elektrotechnisches Know-how.
Ein Netzwerk für Bildung und Nachhaltigkeit
Der ZLS versteht sich als moderner Dienstleister und Bildungspartner in der Region Mittelhessen. Dies zeigt sich in der engen Kooperation mit der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM), deren Studierende regelmäßig ihre Abschlussarbeiten zu Fragestellungen des ZLS verfassen. Ergänzt wird dieses Engagement durch den Betrieb eines eigenen Seminarraums für die Qualifikation der Beschäftigten sowie durch das Angebot von Betriebspraktika für Schüler und Studierende.
Die Unternehmensphilosophie „Für Wasser, Mensch und Umwelt“ ist zudem fest in nachhaltigen Standards verankert: Der ZLS ist nach ISO 50001 für Energiemanagement zertifiziert und Unterzeichner der „Charta zur Initiative für nachhaltiges Wirtschaften“. „Die Investition in qualifizierte Fachkräfte ist der beste Weg, um die Zukunft unserer Umwelt und die Daseinsvorsorge für die Bevölkerung zu sichern“, so Geschäftsführer Jan Philipp Körber abschließend.
Über den ZLS
Der 1905 gegründete Zweckverband Lollar-Staufenberg sichert mit über 100 Jahren Erfahrung die Wasserversorgung, Abwasserreinigung und den Hochwasserschutz im Verbandsgebiet.
gez.
Jan Philipp Körber
Geschäftsführer