Verbandsversammlung am 06.06.2019

ZLS will Energie aus der Region beziehen

Die Verbandsversammlung des Zweckverbands Lollar-Staufenberg beschließt den Beitritt zur KEAM. Das soll Geld sparen und die Wertschöpfung in der Region halten.

Mit dem Beitritt zur KEAM fallen umständliche Ausschreibungen weg.

LOLLAR. (sle) - In rekordverdächtigen 16 Minuten handelte Vorsitzender Peter Moldenhauer die jüngste Sitzung der Verbandsversammlung des Zweckverbandes Lollar/Staufenberg (ZLS) ab.

Weiterhin hatte die Versammlung über eine Beteiligung an der KEAM (Kommunalen Energie aus der Mitte GmbH, Kassel) zu befinden. Dazu erläuterte Becker, dass die bestehenden Stromlieferungen des ZLS in den Laufzeiten befristet seien. Statt einer erneuten Ausschreibung der Stromlieferleistungen käme als alternatives Beschaffungsmodell der Beitritt in eine Beschaffungs-GmbH in Frage.

Ein Beitritt des ZLS als Gesellschafter der KEAM wäre möglich, um mit anderen Kommunen und kommunalen Einrichtungen Energie und Energiedienstleistungen gemeinsam zu beschaffen. Die KEAM-Gruppe biete als regionaler Energieversorger interessierten Kommunen und kommunalen Einrichtungen sowie den Landkreisen in ihrem Netzgebiet die Möglichkeit, unkompliziert und preisgünstig sicher Energie für den eigenen Bedarf zu beziehen. Damit werde auch die Wertschöpfung gefördert, sagte Becker. Einstimmig votierten die Mitglieder dafür, sich dieser Möglichkeit zu bedienen, um Strom und Gas am Markt, ohne ein öffentliches Vergabeverfahren, für den Bedarf der eigenen Liegenschaften - nicht der Gemeindebürger- zu bekommen.

Entwurf

Der Entwurf des ersten Nachtrags zum Wirtschaftsplan 2019 weist im Erfolgsplan unverändert einen Ertrag von 5 956 383,14 Euro aus, die gleiche Summe steht bei den Aufwendungen. Im Vermögensplan stehen Einnahmen von 5 326 071,70 Euro Ausgaben mit der gleichen Größenordnung gegenüber. Darlehen von Investitionen im Betrieb Wasserversorgung werden unverändert mit 950 000 Euro veranschlagt. In den Betrieben Abwasser und Kanal werden die Investitionen aus eigenen Mitteln ohne Darlehen finanziert. Der Höchstbetrag der Kassenkredite wird unverändert auf 50 000 Euro festgesetzt.

ZLS-Geschäftsführer Jochen Becker erläuterte die geänderten Maßnahmen. Dies war etwa im Vermögensplan der Umbau des Rücklaufschlammschachts zwischen den Nachklärbecken. Der Umbau ist eine von zwei Optimierungsmaßnahmen des Abtriebs von Feinstschlamm aus den Nachklärbecken der Kläranlage und der damit verbundenen Überschreitung von Grenzwerten. Damit soll die Hydraulik beim Schlammabzug aus den Nachklärbecken wesentlich verbessert werden. Der ursprüngliche Kostenansatz von 280 000 Euro war allerdings nur der bauliche Teil dieser Maßnahme. Nach Rücksprache mit der Aufsichtsbehörde soll nun der Umbau inklusive Rohrleitungsbau, Messtechnik und elektrotechnischer Anbindung in einer Maßnahme durchgeführt werden. Bei der ursprünglich geplanten Maßnahme in zwei Abschnitten, hätten die Nachklärbecken jeweils zwei Mal außer Betrieb genommen werden müssen. Dies gestand die Aufsichtsbehörde aus Gründen des Gewässerschutzes nicht zu. Der Anteil musste daher von ursprünglich 280 000 Euro auf nunmehr 530 000 Euro erhöht werden.

Durch einen Austausch der vorhandenen, sehr stromintensiven, Beschickungspumpe durch einen anderen Pumpentyp sollte eine weitere Maßnahme des Energiemanagements umgesetzt werden. Da aber derzeit noch nicht abschließend feststeht, wie die Klärschlammverwertung des ZLS in Zukunft aussieht, die Verwertungsart aber entscheidend davon abhängig ist, wird die Maßnahme vorerst zurückgestellt und der Ansatz von 50 000 Euro auf Null zurückgefahren. Sollte sich allerdings noch 2019 ergeben, dass die Entwässerung mittels Kammerfilterpresse weiterhin zukunftsfähig ist, will man die Maßnahme 2020 neu einstellen.

Eine weitere Maßnahme ist die Kanalerneuerung im ersten Bauabschnitt der Oberen Burgstraße in Treis, die mit 315 000 Euro angesetzt war und auf 50 000 Euro zurückgefahren wurde. Der Grund ist darin zusehen, dass nunmehr in zwei Bauabschnitten gearbeitet wird. Mit Verlängerung des Bauzeitfensters können bei der Ausschreibung kostengünstigere Angebotspreise erzielt werden, außerdem wird eine teure Winterbaustelle vermieden.

Im ersten Nachtrag stehen im Vermögensplan Abwasser jetzt 910 000 Euro gegenüber dem Wirtschaftsplan 2019 mit 710 000 Euro. Im Vermögensplan Kanal sind es bei den Ausgaben zwei Millionen Euro gegenüber dem ursprünglichen Ansatz von 2,265 Millionen Euro. Einstimmig votierten die Mitglieder für den ersten Nachtrag.

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