Sanierung des Tiefbrunnens Mainzlar


Auszug aus dem Gießener Anzeiger vom 07.12.2018

Totz aller Technik: Menschliches Zutun ist auch bei Sanierung des Tiefbrunnens in Mainzlar notwendig.
Foto und Text: Scherer

Wasser aus der Tiefe

MAINZLAR - Man dreht den Hahn auf und das Wasser kommt aus der Leitung - so einfach ist das. Die wenigsten Menschen haben sich aber schon einmal Gedanken darüber gemacht, welche aufwendigen Prozesse nötig sind, um das Wasser aus den Tiefen der Erde zu fördern und aufzubereiten, damit es sauber und klar in den Haushalten ankommt.

Die Tiefbrunnen, die zum dauerhaften Erhalt der Wasserversorgungssicherheit nötig sind, müssen in Ordnung gehalten werden. Davon gibt es einige im Versorgungsgebiet des Zweckverbandes Lollar/Staufenberg (ZLS). Einer davon ist der Tiefbrunnen II in Mainzlar, der in die Jahre gekommen war und bei den anstehenden Kontrollen Undichtigkeiten aufwies. Eine Sanierung war nötig, um mikrobielle Auffälligkeiten auszuschließen. 840 000 Euro investiert der ZLS in die Maßnahme, die im April kommenden Jahres abgeschlossen sein soll, wie ZLS-Geschäftsführer Jochen Becker bei einer Besichtigung der Sanierungsarbeiten zum Tiefbrunnen II in Mainzlar erläuterte. Hier wird das Wasser aus 80 Metern Tiefe gefördert. Becker erklärte auch die allgemeine Situation und die Aufgabenstellung. Als Ende 2015 mittels einer Befahrung mit der Unterwasserkamera bauliche Mängel am Tiefbrunnen Mainzlar II festgestellt wurden, hatte auch die Förderkapazität nachgelassen und eine Sanierung war dringend geboten. Das beauftragte Brunnenbauunternehmen schlug eine Sanierung mittels einer Einschubverrohrung vor und erstellte gleichzeitig ein Maßnahmenkonzept zum Erhalt der Versorgungssicherheit. Dazu gab es noch verschiedene Tests, bis man an die eigentlichen Sanierungsarbeiten gehen konnte. Zuerst musste das alte Schachtbauwerk abgebrochen werden, dann begann sukzessive das Ausräumen des alten Bohrloches. Der Neuausbau erfolgte nach dem neuesten Stand der heutigen Technik. Alle identifizierten Zustrombereiche mussten dabei neu verfiltert werden. Gleichzeitig wurde eine Redundanzsicherung durch eine Leitung mit Anschluss an den Zweckverband der Mittelhessischen Wasserwerke Gießen (ZMW) hergestellt. Dies erreichte man mittels einer Inlinersanierung einer vorhandenen Rohrleitung. Mit dieser Maßnahme wollte man einem zeitlich befristeten Ausfall der Eigenversorgung während der Brunnensanierung vorbeugen. Diese Arbeiten wurden 2017 abgeschlossen.

Zentimetergenau

Dann ging es an das Einsetzen der Edelstahlrohre mit einem großen Kran. Dazu erläuterte Becker, dass die ganzen Arbeiten nicht nur gut im Plan lägen, man sei sogar etwas darunter. Filterkies, der in großen Säcken auf der Baustelle lagert, wird dann zwischen dem Bohrloch und der Edelstahlwand der Rohre eingebracht. Er dient nicht nur der Stabilisierung der Rohre, sondern auch der zusätzlichen Reinigung des geförderten Wassers. Es war ein interessanter Anblick, wie die riesigen Greifarme des Baggers die großen Edelstahlrohre anhoben, um sie wenig später zentimetergenau auf das vorhandene Rohr im Bohrloch des Brunnens abzusetzen. Das Ganze musste von Menschenhand lediglich nur noch überwacht und die Verbindung zwischen den einzelnen Rohren festgezurrt werden, damit das neue Rohr dann in der Tiefe verschwinden konnte. Becker freute sich, dass die Eigenversorgung am Standort Tiefbrunnen Mainzlar II dank der brunnentechnischen Sanierungsmaßnahme des ZLS durch den Neuausbau erhalten bleibt.

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