Verbandsversammlung am 10.12.2021

Wasserpreis bleibt stabil

Bericht aus dem Gießener Anzeiger vom 15.12.2021

ZLS will Verbrauchsgebühren nicht erhöhen

Lollar (sle). Jochen Becker, Geschäftsführer des Zweckverbands Lollar-Staufenberg (ZLS), gab in der Verbandsversammlung einen Überblick über die Tätigkeiten im Jahre 2021 und wies auf die zukünftigen Arbeitsschwerpunkte und Ziele hin.

Einige bauliche Ziele mussten Corona-bedingt in das Jahr 2022 verschoben werden. Zu den ausgeführten Maßnahmen zählte der zweite Bauabschnitt des Hochbehälters in Ruttershausen, in Daubringen wurden die Wasserleitungen in der Posener Straße und der Schlesierstraße erneuert, in Treis die in der Friedrich-EbertStraße. Mit einem Spülbohrverfahren außerorts von Ruttershausen im Bereich der L3093 erneuerte man die Wasserleitung.

Rohrbrüche sind laut Becker gegenüber den Vorjahren stark angestiegen, ebenso seien die Wasserverluste seit 2020 wieder in die Höhe gegangen. Ein Anschluss der Siedlung Schmelz an die Verbands-Anlagen in Salzböden im Freispiegel war nicht möglich. Durch die Stadt Lollar wurde 1996 in Salzböden eine Druckentwässerung realisiert. Nach Übernahme der Ortsnetze durch den ZLS gab es regelmäßig Erneuerungen an vielen Teilen. In der Vergangenheit traten immer wieder Geruchsprobleme am Übergabeschacht der Druckentwässerung auf. Alle eingeleiteten Maßnahmen konnten das Problem bis heute nicht beheben, so dass jetzt eine Firma mit der Erstellung einer wirtschaftlichen und technischen Betrachtung beauftragt wurde. Im Frühjahr wurde eine Befliegung des Verbandsgebietes als Gemeinschaftsprojekt der Stadt Gießen, Allendorf/Lda. und der Gemeinde Biebertal durchgeführt. Eine Flächenversiegelungskartierung wurde erstellt und es gab eine Verknüpfung zwischen den vorgelegten Flächen und den Kundendaten des ZLS, wo 5400 Kunden um Auskunft gebeten wurden. Der letzte Schritt war dann die Übergabe in das System der Verbrauchsabrechnung und eine Übernahme in das GIS-System des ZLS.

Eine Änderungssatzung der Wasserversorgungssatzung wurde von der Versammlung einstimmig beschlossen. Hierbei ist festgehalten, dass die Wassermenge beim Verbraucher auch durch installierte Funkzähler ermittelt werden kann. Die neue Satzung tritt zum 1. Januar 2022 in Kraft.

Eine gute Nachricht hatte Becker im Gepäck: Die Verbrauchsgebühren mit 1,86 Euro je Kubikmeter bleiben im Entwurf des Wirtschaftsplans 2022 unverändert. Lediglich die Grundgebühren werden um einen Euro monatlich erhöht. Stabil gehalten werden konnten auch die Gebühren für Schmutzwasser (2,26 Euro je Kubikmeter) und für befestigte Grundstücksfläche für Niederschlagswasser (0,59 Euro je Quadratmeter).

Wirtschaftsplan


Der Wirtschaftsplan des ZLS wird im Erfolgsplan mit einem Ertrag und einem Aufwand von je rund 6,1 Millionen Euro und im Vermögensplan bei den Ausgaben mit der gleichen Summe festgesetzt. Im Vermögensplan stehen Ein-nahmen von 5,7 Millionen Euro und Ausgaben der gleichen Summe. Darlehen werden in Höhe von 2,3 Millionen Euro für Investitionen im Bereich Wasserversorgung veranschlagt. Beim Betrieb Abwasser und Kanal werden die Investitionen aus eigenen Mitteln ohne Darlehen finanziert. Der Höchstbetrag der Liquiditätskredite wird auf 50 000 Euro festgesetzt. Die Verbandsversammlung stimmte dem Wirtschaftsplan 2022 einhellig zu.

Im kommenden Jahr stehen laut Becker Erschließungsmaßnahmen in Mainzlar im Gewebegebiet Didier-Ost und im Wohngebiet »Auf der Schautanz« zweiter Teil an. In Sta-fenberg sind Erschließungsmaßnahmen in der Robert-Bosch-Straße, und in Treis, An der Roede, geplant. Eine Transportleitung von Mainzlar nach Treis ist ebenfalls neu zu verlegen. In Ruttershausen stehen bei fünf Wohneinheiten Erschließungsmaßnahmen aufdem Klinkgraben an, in Staufenberg beim ersten und zweiten Bauabschnitt in der Bergstraße. Erneuerungen von Wasserleitungen sind in Lollar in der Wald- und der Blackenstraße und in Mainzlar eine Oberflächensanierung beim Tiefbrunnen sowie eine Erneuerung der Förderpumpenvorgesehen. Zahlreiche Investitionsmaßnahmen stehen auch im Bereich Abwasser an.

Geplant war die Errichtung einer Photovoltaikanlage neben der Kläranlage. Da das Grundstück im Landschaftsschutzgebiet »Auenverbund Lahn-Dill« liegt, hatte die Untere Naturschutzbehörde Einwände. Nur bei erheblicher Verkleinerung der Fläche und bei eigenem Verbrauch wurde eine Zustimmung in Aussicht gestellt. Nun will man einen neuen Anlauf nehmen, »denn wir können hier einen nicht unwesentlichen Beitrag zum Ausbau der erneuerbaren Energien leisten. Außerdem käme das Projekt den Gebührenzahlern zugute«, erklärte Becker.


Zweckverband will Fotovoltaikanlage

Bericht aus der Gießner Allgemeinen Zeitung vom 16.12.2021

Lollar (vh). Der Zweckverband Lollar-Staufenberg (ZLS) möchte einen klimafreundlichen Coup landen. Wie Geschäftsführer Jochen Becker der Verbandsversammlung jetzt mitteilte, gibt es eine Möglichkeit, den kompletten Jahresstromverbrauch auf dem Betriebsgelände im Sandweg autark zu decken. Seit Ende 2020 plane der ZLS eine Fotovoltaikanlage. Zufälligerweise würde das Projekt ebenso viel Strom liefern können wie benötigt werde, nämlich 800 000 Kilowattstunden.

Hierzu könnte die Fläche nördlich des Betriebsgeländes mit PV-Modulen bestückt werden. Das wären 11 000 Quadratmeter zwischen dem ZLS, der Main-Weser-Bahnlinie und dem Damm der ehemaligen Kanonenbahn.

Momentan wird die Fläche landwirtschaftlich genutzt. Das Einverständnis der Eigentümer und des Pächters zu den Planungen liege vor. Wie Becker berichtete, werde womöglich sogar über den Eigenbedarf hinaus Strom erzeugt, sodass der Überschuss ins Netz eingespeist werden könne.

Nun gibt es aber behördlicherseits einen Haken. Die benötigte Fläche liegt im Landschaftsschutzgebiet »Auenverbund Lahn-Dill«. Insofern hat die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Gießen auf Anfrage mitgeteilt, aus naturschutzrechtlicher Sicht sei die PV-Anlage in dieser Größe nicht genehmigungsfähig.

Die Behörde schrieb dem ZLS Anfang 2021, nur im Falle einer erheblichen Verkleinerung der Fläche und bei ausschließlichem Eigenverbrauch sei die Genehmigung denkbar.

Das wiederum wäre aus Sicht des Zweckverbandes weder nachhaltig noch wirtschaftlich. Becker sprach auf der Versammlung die Klimaziele der Bundesregierung an. Jeder regionale Beitrag helfe. Der ZLS wolle sich daher nicht entmutigen lassen und weiterhin Gespräche mit den zuständigen Fachbehörden suchen. Involviert seien die Obere Naturschutzbehörde, die Regionalplanung und die Kreisbauaufsicht. Becker sieht in dem Vorhaben einen wichtigen Beitrag zum Ausbau erneuerbarer Energien. Das PV-Projekt diene zumal der heimischen Wertschöpfung und komme ganz nebenbei auch noch den Gebührenzahlern zugute. Die Kommunen des Zweckverbands - Lollar, Staufenberg und Wettenberg - bat Becker um ihre Unterstützung.


Immer mehr Rohrbrüche – Transportleitung wird erneuert

Bericht aus der Gießner Allgemeinen Zeitung vom 30.12.2021

Lollar (vh). Der Wasserhochbehälter in Ruttershausen wurde in diesem Jahr saniert und umgebaut. Für die nächsten Monate sind weitere Sanierungen und Erneuerungen geplant, sagte auf der Mitgliederversammlung des Zweckverbands Lollar-Staufenberg (ZLS) Geschäftsführer Jochen Becker.

Lollar/Staufenberg – Er berichtete weiter, der Hochbehälter habe zunächst vom Netz gehen sollen. Die andauernde Trockenheit der zurück liegenden Jahre habe das Umdenken bewirkt. Um Spitzenbedarfe abzudecken, werde 2023 vielleicht auch der Hochbehälter Daubringen noch saniert.

Funkwasserzähler eingebaut

Wasserleitungen wurden in der Posener Straße und Schlesierstraße in Daubringen sowie in der Friedrich-Ebert-Straße in Treis erneuert.

Ein Phänomen des Jahres 2021 sei der starke Anstieg der Rohrbrüche, verursacht durch Setzungsschäden, erläuterte Becker. Benachbarte Wasserversorger hätten das gleiche Problem. Man habe die Ursache dafür noch nicht gefunden.

Kanalerneuerungen wurden ebenfalls in den drei aufgeführten Straße durchgeführt. In Treis, wo die Sanierung laut Becker »immer spannend ist«, kam in der Friedrich-Ebert-Straße sogar eine Felsfräse zum Einsatz. Bei der Inlinersanierung in der Kirchstraße war das eingesetzte Fahrzeug breiter als die Straße.

Momentan werden die befestigten Flächen der Grundstücke digital erfasst. Nach der Befliegung des Verbandsgebiets 2020 wurden die Luftbilder inzwischen ausgewertet. Die angefertigte Flächenversiegelungskartierung liegt nun vor. Rund 5400 ZLS-Kunden wurden angeschrieben für einen Abgleich mit den vorliegenden Selbsterklärungsbögen. Dieser Arbeitsschritt endet mit der Datenübergabe für die Verbrauchsabrechnung und soll im ersten Quartal 2022 abgeschlossen sein.

Ab 2021 wurden für die Ermittlung des Wasserverbrauchs Funkwasserzähler eingebaut. Dieser Austausch wird im kommenden Jahr abgeschlossen.

2022 soll die Transportleitung vom Wasserwerk Mainzlar nach Treis erneuert werden. Die Oberfläche der Schutzzone des Tiefbrunnens I (Mainzlar) wird saniert, die Förderpumpen im Wasserwerk werden ausgetauscht.

Im Entwurf des Wirtschaftsplans 2022 wird die Grundgebühr Wasser um einen Euro pro Monat für den normalen Hausanschluss erhöht. Die Verbrauchsgebühr bleibt mit 1,86 Euro pro Kubikmeter unverändert. Die Gebühren für das Abwasser (Schmutzwasser/2,26 Euro und Niederschlagswasser/59 Cent) bleiben ebenfalls konstant.