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ZLS warnt vor sogenannten KanalhaienZLS warnt vor sogenannten Kanalhaien

Auszug aus dem Gießener Anzeiger vom 26.08.2011

Warnung vor „Kanalhaien“ in Ruttershausen

Überall im Land müssen private Abwasserleitungen bis 2024 untersucht werden - Zweckverband arbeitet an Modell

LOLLAR (sl). Ortsvorsteher Edmund Weigl konnte bei der jüngsten Ortsbeiratssitzung neben dem Bürgermeister Dr. Wieczorek und Stadtverordnetenvorsteher Horst Klinkel auch die Vorsitzende des Dorferneuerungsbeirates Martina Karber sowie Jochen Becker und Jan-Philipp Körber vom Zweckverband Lollar/Staufenberg (ZLS) begrüßen. Denn die Sanierung am Kanalsystem war Thema. Und das betrifft auch Privatleute. Körber hatte eine Präsentation vorbereitet, die er erläuterte. Dabei ging es um die Abwassereigenkontrollverordnung (EKVO), die auf Bundesebene durch das Wasserhaushaltsgesetz die Selbstüberwachung bei Abwasserleitungen regelt und auf Landesebene durch das hessische Wassergesetz beim Betrieb Eigenkontrolle und Überwachung von Abwasseranlagen gedeckt ist.
Im Bereich des ZLS gibt es insgesamt 130 Kilometer Kanalnetz. Becker schätzte allerdings, dass die Länge der Abwasserrohre auf privaten Grundstücken zwei bis drei Mal so groß ist, wie im öffentlichen Raum. Und die müssen nun untersucht werden. „Was wir auf keinen Fall wollen, ist, dass Privatleute jetzt von sogenannten ,Kanalhaien‘ ihre Kanäle prüfen lassen, und dann womöglich immense Summen bezahlen“, so Becker. Bei einem Pilotprojekt „Zuleitungskanal“, sind Wettenberg, Biebertal, Heuchelheim und Ruttershausen mit der Teststrecke „Obergasse“ dabei. Dabei ist eine optische Überprüfung des privaten Zuleitungskanals durchzuführen, wobei unter Zuleitungskanal die Anschlussleitung und unter Grundleitung lediglich abwasserführende Leitungen zu verstehen sind, erklärte Körber. Prüfen lassen muss der private Grundstückseigentümer sowie die Gewerbebetriebe. Und prüfen dürfen nur sachkundige Unternehmen. Zu prüfen sind alle vor 1996 entstandenen Hausbauten, bei denen bisher keine grundlegende Sanierung des Kanals erfolgte. Dies muss bis Ende 2024 geschehen. Wurde das Haus nach 1996 gebaut, oder grundlegend saniert, so ist der letzte Termin der Prüfung der 31. Dezember 2039. Ziel ist das sichere Ableiten des Abwassers zur Kläranlage, die Verhinderung des Zutritts von Grundwasser und die Vermeidung von Grundwasserbelastung durch Austritt von Abwasser aus schadhaften Kanälen. Der ZLS prüft jetzt bei dem Pilotprojekt die technische Umsetzung, wertet Untersuchungsergebnisse aus, und bemisst den Aufwand der Untersuchungen. In Ruttershausen liegen aus den Jahren 2000 und 2002 Berichte für die gesamte Ortslage vor. Die Pilotstrecke „Obergasse“ wurde untersucht. Bei Schäden gibt es dabei drei Sanierungsvarianten: eine Reparatur mit offener oder geschlossener Bauweise, die Renovierung, wobei die Funktionsfähigkeit von Abwasserleitungen unter Einbeziehung des Altrohres verbessert wird, und schließlich die Erneuerung der Abwasserleitung. Becker erklärte, dass in zwei bis drei Wochen eine Anliegerversammlung stattfinden wird, bei der über das Pilotprojekt informiert wird.
Dann wurde über das Informationsleitsystem gesprochen. Dazu wurde vorgeschlagen, dass Kirchberg mit einbezogen werden soll, was einstimmig beschlossen wurde. Die Umgestaltung von Ortseingangstafeln, von denen es drei Stück gibt, war das nächste Thema. Die Stadt soll für die Zukunft Tafeln mit „Herzlich willkommen“ anfertigen lassen und ein ortsprägendes Objekt soll dazu abgebildet werden. Kostenfrei für Vereine soll es Plakatrahmen geben, wo sie ihre Veranstaltungen bekannt machen können. Gewerbliche, die diese Fläche ebenfalls nutzen möchten, müssen bezahlen. „Die Vereine müssen künftig ihr Plakat nur noch in der Verwaltung abgeben“, warb der Bürgermeister. Einstimmig votierten die Mitglieder dafür.
Die Schaffung eines Zebrastreifens auf Höhe der Feuerwehr über die Wißmarer Straße beantragte Hartmut Wirth, der von Bettina Hendrixon unterstützt wurde. Der Bürgermeister sagte allerdings, dass die Anforderungen dafür sehr hoch seien. Einstimmig votierten die Mitglieder für einen Zebrastreifen. Martina Karber berichtete über den Stand der Freizeitanlage Lahnwiese, bei dem inzwischen die Genehmigung eingegangen ist. Dann ging es um fehlende Toiletten für Kanufahrer und Müll am Lahnwehr bei Buderus. Dazu der Bürgermeister: „Hier ist angedacht eine Wasserkraftanlage zu bauen, die Paddler fahren dann durch, sodass sich das Problem von selbst lösen wird“.

 


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