Presseberichte zum TAG DER OFFENEN TÜR
Auszug aus der Gießener Allgemeinen Zeitung vom 13.09.2010.
Sauberes (Trink-) Wasser ist keine Selbstverständlichkeit
Zweckverband Lollar/Staufenberg informierte am Welt-Wassertag die interessierte Öffentlichkeit über seine Aufgaben
Reines Wasser für eine gesunde Welt! Unter diesem Motto stand am Samstag der informative Tag der offenen Tür beim Zweckverband Lollar-Staufenberg, zu dessen Aufgaben das Bereitstellen von Trinkwasser und die Reinigung von Abwasser zählen.
(Fotos: bf/mn)
Lollar/Staufenberg (bf/mn). Bei schönem Spätsommerwetter eröffnete Geschäftsführer Jochen Becker am Samstag den Tag der offenen Tür beim Zweckverband Lollar/Staufenberg (ZLS). Unter Mitwirkung der Freiwilligen Feuerwehr Lollar, dem Hobby- und Kunstkreis Lollar sowie der Wettenberger Kanaltechnik-Firma Hüttl wurde den zahlreichen Gästen ein buntes Programm geboten.
„Sauberes Wasser ist keine Selbstverständlichkeit“, betonte Becker. In vielen Ländern seien umfangreiche Reinigungsmaßnahmen nötig, um Trinkwasserqualität zu erzielen. Das Motto Weltwassertages, in dessen Rahmen man agierte, habe Priorität: Reines Wasser für eine gesunde Welt. Dem Zweckverband Lollar-Staufenberg (ZLS) gehören die Städte Lollar und Staufenberg sowie – wegen des Abwassers aus Wißmar – die Gemeinde Wettenberg an. Zu seinen Aufgaben gehört die Wasserversorgung von der Gewinnung über die Speicherung bis zur Verteilung sowie die Abwasserentsorgung bis hin zur zentralen Kläranlage. Dort wird das Abwasser vollbiologisch gereinigt und dann der Lahn zugeführt.
Schwerpunkt des Tages war die neue Eigenkontrollverordnung für Hauseigentümer, die zur regelmäßigen Überprüfung der Hausanschlüsse verpflichtet. Anhand einer Informationstafel erklärten die ZLS-Mitarbeiter Aufbau und Funktionsweise von Hausanschlussanlagen und Wasserzählern. Im Informationsanhänger der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall wurden die Möglichkeiten zur Überprüfung, Reparatur, Renovierung und Erneuerung von Abwasserleitungen demonstriert. Am Einsatzwagen zeigte die Firma Hüttl live die TV-Untersuchung eines Abwasserkanals.
Dass eine Kläranlage Raum lässt für aktiven Naturschutz, sahen die Besucher bei einem Rundgang über das Gelände. Als Ergebnisse des Projektes „Lebensraum Kläranlage“ – in Lollar gemeinsam mit der Umweltallianz Hessen umgesetzt – waren zum Beispiel eine blühende Wildblumenwiese, eine etwa 9000 Jahre alte Mooreiche sowie Steinhügel als Lebensraum für Eidechsen und Ringelnattern zu sehen.
Von der Jugendfeuerwehr Lollar bot Wasserspaß. Beim Dosenspritzen, Tennisballzielspritzen und Feuerlöschen konnten große und kleine Besucher ihre Geschicklichkeit am Löschschlauch testen. Das Bastel- und Schminkprogramm des Hobby- und Kunstkreises Lollar war das Zugpferd für die ganz Kleinen. Die „Basteltüte“ enthielt einen Kalender und Karten zum Ausmalen, ein Spiel sowie kindgerechte Broschüren zum Thema Wasser. Eine Bereicherung des Rahmenprogramms war die Ausstellung des Hobby- und Kunstkreises zum Thema Wasser: Aquarelle, Öl- und Acrylgemälde, Fotografien und Kalligraphien waren zu begutachten.
Auszug aus dem Gießener Anzeiger vom 14.09.2010.
Bei Prüfung der Hausanschlüsse erstmal abwarten
Praktische Tipps und Einblicke in Verfahrensabläufe rund um das Thema Wasser beim Tag der offenen Tür des Zweckverbandes in Lollarer Kläranlage
Mit der Kamera unterwegs im Kanalsystem. 
Den Bakterien bei der Arbeit zusehen konnte man am Belebungsbecken. (Fotos: Scherer) 
Auch Wasserzähler
wurden erläutert.
Lollar (sl). Es stimmte alles beim „Tag der offenen Tür“ des Zweckverbandes Lollar/Staufenberg (ZLS), der im Rahmen des Weltwassertages unter dem Motto stand „Reines Wasser für eine gesunde Welt“. Dass in Lollar einiges dafür getan wird, davon konnten sich die Besucher bei einem Blick hinter die Kulissen, einer der modernsten Kläranlagen des Kreises, überzeugen, und außerdem wurde ihnen auch noch viel Wissenswertes über das Wasser im allgemeinen, und über neue Verordnungen dazu geboten.
Bei der Begrüßung betonte Geschäftsführer Jochen Becker: „Nicht überall gibt es sauberes Trinkwasser, dabei ist dies eine der Grundvoraussetzungen für die Gesundheit und die Entwicklung der Menschen“. Becker informierte auch, dass seit einem Jahr ein Projekt mit der Umwelt-Allianz Hessen, unter Leitung von Dr. Ursula Mothes-Wagner auf dem Areal der Kläranlage besteht, bei dem man Flächen jetzt naturnah belasse, die früher alle zwei Wochen gemäht wurden. Diese werden nun der Natur zurück gegeben und sind inzwischen Lebensraum vieler seltener Pflanzen und Tiere. Breiten Raum nahmen dann die Führungen über die Kläranlage ein, die mit Informationen an der elektronischen Schalttafel begannen, bei denen Uwe Stengel die einzelnen Stationen der Reinigung des Wassers erklärte.
Dabei erfuhren die Zuhörer, dass es bereits sinnvoll sei, Wasch und Reinigungsmittel sparsam zu dosieren, da diese Stoffe enthalten, die unser Wasser belasten. Dadurch werde nicht nur die Umwelt entlastet, der Einzelne schone außerdem den eigenen Geldbeutel.
Die Führungen begannen in Kleingruppen bei den so genannten „Schnecken“, der Rechenanlage, die die gröberen Bestandteile des Abwassers zurückhält, und die Einrichtung vor Verstopfen schützt. Dann ging es zum Sand- und Fettfang, wobei das Abwasser beim Durchströmen des Sandfangbeckens durch Einblasen von Luft in eine spiralförmige Bewegung versetzt wird. Im Belüftungsvorgang werden hier aufschwimmende Fettanteile und leichte Stoffe abgeschöpft und entsorgt.
Weiter ging es zum Belebungsbecken der Kläranlage wo die Besucher erfuhren, dass hier gezielt die Eigenschaften von Bakterien und Mikroorganismen genutzt werden, um Kohlenstoff, Stickstoff und Phosphatverbindungen umzuwandeln, und aufzunehmen. Dies ist der neueste Stand der Technik.
Im Nachklärbecken schließlich findet die Trennung von gereinigtem Abwasser und abgesetztem Belebtschlamm statt, der in Teilen dem System erneut zugeführt wird, um die biochemischen Prozesse in den Belebungsbecken aufrecht zu erhalten. Das Wasser ist dann so gereinigt, dass es ohne Bedenken anschließend in die Lahn eingeleitet werden kann.
Interessant war auch die Vorführung, wie man einen Kanal auf Schäden untersuchen kann, ohne die Straße aufzureißen. Die Technik ist hier so weit fortgeschritten, dass eine Kamera lediglich in das Rohr eingebracht wird, und anschließend die ganze Strecke abgefahren werden kann. Am Bildschirm kann der Prüfer die Kamera steuern und alles verfolgen.
Bei dieser Methode sind auch sehr gut die schadhaften Stellen zu erkennen, wie Diplom-Ingenieur Thomas Gorchs von der Firma Hüttl Kanalbau erklärte.
An einem weiteren Infostand wurde von Wassermeister Ernst Nau erklärt, wie eine Wasserzählanlage in einem Haushalt funktioniert.
Er beantwortete auch eingehend alle Fragen, die von interessierten Besuchern gestellt wurden. Seit rund vier Wochen gibt es ein neues Gesetz, das alle Hauseigentümer betrifft, die neue Eigenkontrollverordnung. In ihr ist vorgeschrieben, dass alle Hausanschlüsse des öffentlichen Abwasserleitungsnetzes überprüft werden müssen. Becker riet allerdings dazu, erst einmal abzuwarten, bis eindeutige Regelungen getroffen sind. Auf keinen Fall sollte man jetzt auf fragwürdige Angebote von „Abzockern“ eingehen.
Die Jugendfeuerwehr Lollar beteiligte sich mit einer großen Spiel- und Bastelecke und was den Kindern noch viel mehr gefiel, sie konnten an verschiedenen Stationen mit Wasserschläuchen ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen.
Im Betriebsgebäude gab es außerdem eine Ausstellung des Hobby- und Kunstkreises zum Thema Wasser, bei dem Künstler der Region ihre Arbeiten ausgestellt hatten.
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