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Verbandsversammlung vom 16.12.2009Verbandsversammlung vom 16.12.2009

Auszüge aus dem Gießener Anzeiger vom 19.12.2009

Auch 2010 Wasserpreis stabil im Bereich des Zweckverbands
Verbandsversammlung hörte umfassenden Bericht: Zahlreiche Investitionen - Weniger Wasserverlust trotz wieder steigender Zahl von Rohrbrüchen
(sl).
Es war eine sehr harmonische Sitzung der Verbandsversammlung des Zweckverbandes Lollar-Staufenberg (ZLS), zu der Vorsitzender Johannes Fuhrmann gleich am Anfang Geschäftsführer Jochen Becker das Wort erteilte. Er gab den Geschäftsbericht 2009. Unter dem Motto "Wasser-Mensch-Umwelt" hatte er ihn in mehrere Abschnitte unterteilt. Was vor allem die Bürger interessiert ist, dass seit drei Jahren der Wasserpreis konstant geblieben ist, und auch in 2010 keine Erhöhung erfolgen wird. Als erstes stand der Betrieb Wasserversorgung an, bei dem es zahlreiche Investitions- und Unterhaltungsmaßnahmen gegeben hatte. Unter anderem nannte Becker die Teilauswechslung der Wasserleitung im Kirschgarten in Lollar, und in Salzböden die Auswechslung von Bleileitungen. Im Gebiet Staufenberg-Süd wurde die Wasserleitung verlegt, und in Mainzlar erfolgte ebenfalls die Erschließung im Gebiet Oberhof IV. Beim Betrieb Abwasser lag ein Schwerpunkt auf der Anlagenoptimierung der Kläranlage, wobei Becker das Reglersystem zur Effizienzsteigerung nannte, das neu installiert wurde. Die kompletten Investitionskosten von 190000 Euro können dabei mit der für drei Jahre zu zahlenden Abwasserabgabe verrechnet werden, so dass für den ZLS kein Aufwand entsteht. Außerdem werden nach Inbetriebnahme der Anlage mehr als 10000 Euro pro Jahr an Abwasserabgabe eingespart. Und eine Senkung des Energieverbrauchs sowie eine Einsparung bei dem Einsatz chemischer Fällungsmittel sei ebenfalls zu erwarten, betonte er.
2009 wurde die Umlegung des Verbandssammlers der Ortsumgehung Mainzlar abgeschlossen, es fand eine Erneuerung der Brauchwasseranlage statt, aber auch eine Erneuerung der Maschinen und Elektrotechnik verschiedener Abwasseranlagen, um nur einiges zu nennen. Dann sprach der Geschäftsführer die Rohrbrüche an, die sich nach den Jahren 2003 und 2005 vermindert hatten, aber seit 2008 wieder ansteigen. So gab es 2009 bisher 64 Rohrbrüche. "Hier kann langfristig nur durch weitere Investitionen in die Netzerneuerung gegengesteuert werden", betonte er.
Trotz wieder ansteigender Rohrbrüche, die aber durch das bestehende Fernüberwachungssystem frühzeitig erkannt werden, konnten die Wasserverluste kontinuierlich gesenkt werden. Sanierungsmaßnahmen gab es auch beim Kanal, die sowohl im geschlossenen Verfahren ohne Straßenaufbruch, als auch im offenen Verfahren vorgenommen wurden. Mit der Übergabe der Kanalnetze war auch eine Indirekteinleiterkontrolle auf den ZLS übergegangen, wobei eine Erstbegehung der Anlagen inzwischen abgeschlossen ist, und das Indirekteinleiterkataster aufgebaut wurde. Investiert worden war auch in eine Energieanalyse der Kläranlage, die im Jahr 2003 zum Austausch der Belüftermembranen in den Belebungsbecken führte. Durch einen gleichmäßigen Lufteintrag verringerte sich in Folge der Stromverbrauch. Im Frühjahr 2010 sollen die Membranen nun ausgetauscht werden, wovon man sich nochmals eine signifikante Senkung des Energieverbrauchs verspricht. Weiter informierte Becker, dass der anfallende Klärschlamm an eine Fachfirma zur Kompostierung abgegeben wird, und die 2005 installierte Photovoltaikanlage zur Zufriedenheit arbeitet. Das Besucherinteresse zur Besichtigung der Anlage hält unvermindert an.
Erfreut berichtete er auch, dass die Arbeiten an der neuen ZLS-Homepage abgeschlossen sind. Einstimmig votierten die Mitglieder darauf für den Entwurf des Wirtschaftsplanes 2010, der im Erfolgsplan einen Ertrag von 6083185 Euro vorsieht und im Aufwand die gleiche Summe aufweist. Beim Vermögensplan werden Einnahmen und Ausgaben von 4173391 veranschlagt. Für Investitionen im Betrieb Wasserversorgung sind Darlehen in Höhe von 822000 Euro vorgesehen. Einstimmig votierte die Versammlung auch für die dritte Änderungssatzung der Entwässerungssatzung von 2004. Lollars Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek dankte in seiner Eigenschaft als Vorstandsvorsitzender allen Mitarbeitern, vor allen Dingen denjenigen, die für das operative Geschäft zuständig sind. "Der ZLS ist ein Aushängeschild", erklärte er. Das sei aber nicht zwangsläufig so, sondern musste erarbeitet werden. Dank sagte er auch Geschäftsführer Becker für seine vorausschauende Art, die zu einer Kostenminimierung führt.

Früher Abschied von Gerhard Schmidt
Zweckverband Lollar Staufenberg vollzieht schon jetzt Wechsel in Wettenberg Ende Januar nach
(rse).
Gerhard Schmidt (SPD), der Bürgermeister von Wettenberg ist, und seit 1. Februar 1986 ununterbrochen Mitglied im Verbandsvorstand des heutigen Zweckverbandes Lollar/Staufenberg (ZLS) Bereich Abwasserverband, scheidet am 31. Januar 2010 aus dem Vorstand aus. In Wettenberg wechselt am 29. Januar die Führung. Gerhard Schmidt geht in den Ruhestand. Der als Nachfolger gewählte Thomas Brunner (SPD) übernimmt das Bürgermeisteramt. Der Wechsel bei der ZLS ist eine Nebenfolge. Schmidt wurde jetzt vom ZLS-Vorstandsvorsitzenden, dem Lollarer Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek mit herzlichen Worten verabschiedet. An Schmidt gewandt erklärte er: "Du hast dich all die Jahre sehr intensiv eingebracht, wir waren sehr froh, dass wir dich hatten." Als Dankeschön überreichte er ihm einen Geschenkgutschein. Dank für die gute und konstruktive Zusammenarbeit kam auch von Johannes Fuhrmann, dem Vorsitzenden der Verbandsversammlung.
Schmidt erinnerte sich an die Anfänge, als das Wettenberger Parlament 1984 den Austritt aus dem Abwasserverband beschloss, da man nicht für die größeren Strecken der Abwässer aus weiter entfernt liegenden Orten mit bezahlen wollte. Im Gefolge lehnte das Hessische Verwaltungsgericht in Wiesbaden 1985 den Antrag auf Austritt allerdings ab. Das wiederum rief die Wettenberger auf den Plan, die in Revision nach Kassel gingen. Aber auch das Oberverwaltungsgericht (OVG) urteilte genauso wie die Kollegen in Wiesbaden. Da aber eine zwangsweise Anordnung des OVG im Raum stand, zeigte man in Wettenberg Einsicht und nahm den Austritt zurück. "Aus heutiger Sicht war das eine sehr weise Entscheidung", erklärte Schmidt, "denn in vielen Jahren wurden Optimierungen erreicht". Am 1. Februar tritt Thomas Brunner die Nachfolge von Gerhard Schmidt im Vorstand des Abwasserverbandes an. Schmidt, der sich auf die "Zeit danach" freut, wünschte dem Verband weiterhin eine glückliche Hand bei allen Unternehmungen.


Abschied (von rechts): Staufenbergs Erster Stadtrat Peter Gefeller, Geschäftsführer des ZLS, Jochen Becker, Gerhard Schmidt, Lollars Bürgermeister Wieczorek, und Johannes Fuhrmann, Vorsitzender der Verbandsversammlung. Bild: Scherer

 

Auszüge aus der Gießener Allgemeinen Zeitung vom 18.12.2009

Für Trinkwasser und Abwasser keinerlei Erhöhungen in Sicht
Sitzung der Verbandsversammlung des Zweckverbandes Lollar- Staufenberg (ZLS) – Dank für bisherige erfolgreiche Arbeit

Lollar/Staufenberg (mb). Der Trinkwasserverbrauch sinkt fast überall, weil die Bevölkerung darauf achtet, mit dem kostbaren Nass sparsamer und sorgsamer umzugehen als noch im vorigen Jahrhundert. Der Zweckverband Lollar-Staufenberg (ZLS) bleibt nicht davon verschont, dass die verkaufte Wassermenge etwa seit der Jahrtausendwende ständig rückläufig ist. ZLS-Geschäftsführer Jochen Becker muss deshalb den Schluss ziehen, dass Wassersparen – das viele Jahre lang dringend angeraten und propagiert wurde – das Wasser teurer macht. Mehr als 85 Prozent der Kosten für die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser sind feststehende Kosten, die kaum zu beeinflussen und von der Verbrauchsmenge unabhängig sind. Becker: »Daher kann die verkaufte Trinkwassermenge nicht mehr die ausschließliche Kalkulationsgrundlage für die Wassergebühr sein. Bei der Ermittlung der Gebühren hat der ZLS bereits 2009 reagiert und eine Anhebung der Grundgebühren vorgenommen.« 

In der Sitzung der Verbandsversammlung des ZLS unter dem Vorsitz von Johannes Fuhrmann (Staufenberg) am Mittwochabend in Lollar erwies sich, dass die Gebühr für den Kubikmeter Trinkwasser für 2010 trotz des weiter gesunkenen Wasserverkaufs nicht erhöht werden muss. Zu entrichten sind nach wie vor 1,86 Euro. Ebenfalls unverändert bleiben 2010 die Schmutzwassergebühr in Höhe von 2,44 Euro pro Kubikmeter und die Niederschlagswassergebühr in Höhe von 0,63 Euro pro Quadratmeter befestigter Grundstücksfläche. Geschäftsführer Becker:»Die Gebühren liegen damit weiterhin unter dem
Niveau vom 1. Januar 2005«, dem Tag »der Übernahme der Entwässerungsanlagen von den Städten Lollar und Staufenberg« durch den ZLS.
Die Sitzung der Verbandsversammlung im Schulungsraum des ZLS-Betriebsgebäudes am Sandweg in Lollar begann vor dem Hintergrund ständiger engagierter Bemühungen um Betriebsoptimierung mit einem »Riesenkompliment«, das der Verbandsvorsteher, der Lollarer Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek, im Namen des Verbandsvorstands an die Mitglieder der Verbandsversammlung (Kommunalpolitiker aus Lollar und Staufenberg) sowie an die Mitarbeiter und an die Geschäftsführung des ZLS richtete.
Der ZLS sei ein »Aushängeschild für interkommunale Zusammenarbeit« und definiere sich vor allem durch »Qualität und Preisstabilität«, hob der Verbandsvorsteher hervor. Dank des ZLS könnten die Städte Lollar und Staufenberg ihre »weichen Standortfaktoren« untermauern, die sicherer und stabiler würden. Wenn nach Bauplätzen,Wohnungen und Standorten für Betriebsansiedlungen gesucht werde, seien die Gebühren für Trinkwasser und Abwasser ebenso wie etwa die Versorgung mit Betreuungsplätzen für Kinder ausschlaggebend. Ganz kurz richtete Dr. Wieczorek in diesem Zusammenhang den Blick auf die Probleme, die in Rabenau und Allendorf/ Lumda zu bewältigen waren und sind, für Lollar und Staufenberg aber nicht auftreten. Der Verbandsvorsteher dankte ganz besonders den ZLS-Mitarbeitern, die von der Bevölkerung als kundenorientiert wahrgenommen werden, und Geschäftsführer Becker, dessen Arbeit über Jahre so erfolgreich sei, weil er stets vorausschauend um Verbesserungen und Anlagenoptimierung bemüht sei. »Es war eine tolle angenehme Zusammenarbeit«, blickte der Verbandsvorsteher auf das zu Ende gehende Jahr zurück und fügte »harmonisch« hinzu, da alle Entscheidungen einstimmig getroffen worden seien.
Vorsitzender Fuhrmann gab das »Kompliment« an den Verbandsvorstand zurück und sprach seinen Dank für »gute, vertrauensvolle und intensive Zusammenarbeit« aus, die einen Teil der erfolgreichen Tätigkeit des ZLS ausmache. Für die Verbandsversammlung schloss er sich den Dankesworten des Vorstands an die Bediensteten als die Repräsentanten des ZLS und an den Geschäftsführer an. Dank seiner Ideen und Verbesserungsvorschläge habe er immer wenig Mühe, den Verbandsvorstand und die Verbandsversammlung zu überzeugen, sagte Fuhrmann und betonte: »Die Teamarbeit funktioniert ganz hervorragend.«
Das »kleine Dankeschön« des ZLS an den Vorstand und die Verbandsversammlung drückte
Becker diesmal mit einem Präsent »zum Heimleuchten«, einem High-Tech-Faserschreiber samt LED-Leuchte, aus, nachdem er den ausführlichen ZLS-Geschäftsbericht für das Jahr
2009 unter dem Motto »Für Wasser, Mensch und Umwelt« vorgetragen und viele Erläuterungen gegeben hatte. Nach dem Hinweis auf das Präsent konnte er sich zufrieden zurücklehnen: »Jeder wird an seinem Platz weitermachen.«
Der Geschäftsbericht wurde von der Verbandsversammlung zur Kenntnis genommen, bevor sie den Wirtschaftsplan 2010 mit seinen Anlagen einstimmig beschloss und ebenfalls einstimmig die Entwässerungssatzung änderte. Die Änderung betraf, um die Satzung der Europäischen Dienstleistungsrichtlinie (EU-DLR) anzupassen und Schranken für Dienstleister im Binnenmarkt der EU-Mitgliedsstaaten abzubauen, nur ein Wort: Statt »zugelassene Unternehmer« heißt es nun »fachkundige Unternehmer«.

ZLS: Nach dem harten Winter bisher 64 Wasserrohrbrüche
Lollar/Staufenberg (mb).
Bis einschließlich November musste der Zweckverband Lollar-Staufenberg (ZLS) in diesem Jahr bereits 64 Wasserrohrbrüche verzeichnen.
»Das tut uns sehr weh«, sagte dazu ZLS-Geschäftsführer Becker in der Sitzung der ZLS-Verbandsversammlung am Mittwochabend in Lollar,weil die Behebung der Schäden nicht geringe Ausgaben erfordert und weil der statistische Mittelwert in Hessen damit erheblich überschritten wird. Dass so viele Rohre gebrochen waren, führte Becker vor allem auf den strengen Winter 2008/2009 zurück. Er teilte in diesem Zusammenhang mit, dass die Länge des Wasserversorgungsnetzes, das der ZLS in den Städten Lollar und Staufenberg betreut, rund 130 Kilometer lang und teils 104 Jahre alt ist. Wie er weiter ausführte, hatte sich die Zahl der Wasserrohrbrüche nach den »Spitzenjahren« 2003 und 2005 mit jeweils mehr als 50 im Jahr 2006 auf nur noch 34 vermindern lassen. Doch, so Becker: »Die Jahre 2007 mit 42 Rohrbrüchen, 2008 mit 51 Rohrbrüchen und 2006 mit bisher 64 Rohrbrüchen zeigen wieder eine stark ansteigende Tendenz. Hier kann langfristig nur durch weitere Investitionen in die Erneuerung des Versorgungsnetzes gegengesteuert werden.«


Aus der Rubrik »Namen und Nachrichten«

Gerhard Schmidt, Bürgermeister der Gemeinde Wettenberg, der zum 1. Februar 2010 in den Ruhestand tritt, wurde in der Sitzung der Verbandsversammlung des Zweckverbands Lollar-Staufenberg (ZLS) am Mittwochabend in Lollar von Verbandsvorsteher Dr. Bernd Wieczorek mit »recht herzlichem Dank« für seine Arbeit verabschiedet: »Wir haben hier sehr profitiert von Dir. Ich hoffe, wir sehen Dich nicht das letzte Mal hier.« In Aussicht stellte der scheidende Bürgermeister, »mal zum Tag der offenen Tür« wiederzukommen. ZLS-Geschäftsführer Jochen Becker wartete zu Schmidts Abschied aus dem ZLS-Vorstand nicht etwa einfallslos mit Wein oder Sekt auf, sondern mit Gutscheinen zum »Thermenlandschaft«- und Saunabesuch in Bad Nauheim, die im Ruhestand einzulösen sind. Der Wettenberger Bürgermeister gehörte dem Verbandsvorstand des jetzigen ZLS und des früheren Abwasserverbandes Lollar seit dem 1.Februar 1986 an und scheidet mit dem 31. Januar 2010 aus.Auch im Verbandsvorstand wird ihm der künftige Wettenberger Bürgermeister Thomas Brunner folgen. Die Gemeinde Wettenberg ist in der Verbandsversammlung und im Vorstand des ZLS vertreten, weil der Ortsteil Wißmar an die Kläranlage des ZLS in Lollar angeschlossen ist.
Matthias Seum verließ den ZLS im Sommer auf eigenen Wunsch, teilte Geschäftsführer Becker zu »Personalien« mit, und wechselte zur Oberhessischen Versorgungs-Aktiengesellschaft (OVAG) an einen Arbeitsplatz, der deutlich näher an seinem Wohnort liegt. Jan Philipp Körber aus Grünberg-Stangenrod trat am 1. Oktober die Nachfolge von Matthias Seum im Bereich »Kanalbetrieb« und bei der Erfüllung der Aufgaben zum Hochwasserschutz an. (mb)


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