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Auszug aus dem Giessener AnzeigerAuszug aus dem Giessener Anzeiger

vom 11.12.2008vom 11.12.2008

Höhere Grundgebühr für Wasser in Lollar und Staufenberg
Zweckverband-Geschäftsführer Jochen Becker: Wasser sparen macht Wasser teuer - 40 Rohrbrüche 2008 - Kaninchenplage auf dem Kläranlagengelände

Lollar/Staufenberg (dge).

Zur Kenntnis nahm die Verbandsversammlung des Zweckverbands Lollar-Staufenberg unter Leitung des Vorsitzenden Johannes Fuhrmann den Prüfungsbericht über den Jahresabschluss 2007. Weiterhin wurde beschlossen, aus dem Jahresergebnis im Betrieb Wasserversorgung den Jahresüberschuss 2007 von 33299,39 Euro auf neue Rechnung vorzutragen. Im Betrieb Abwasser sollen eine Einstellung der Gewinne aus Vorjahren in Höhe von 2810669,34 Euro und ein anteiliger Jahresüberschuss 2007 in Höhe von 189330,66 Euro in die allgemeine Rücklage fließen. Auf neue Rechnung soll der restliche Jahresüberschuss 2007 in Höhe von 289184,76 Euro vorgetragen werden. Im Betrieb Kanal soll eine Einstellung der Gewinne aus den Vorjahren in Höhe von 820311,14 Euro und eines anteiligen Jahresüberschusses 2007 in Höhe von 179688,86 Euro in die allgemeine Rücklage erfolgen. Auf neue Rechnung vorgetragen wird der restliche Jahresüberschuss 2007 von 104213,96 Euro. Reinhard Kuck (Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Bechthold & Bechthold) stellte das Jahresergebnis 2007 vor und verwies auf rückläufige Einnahmen. Zurückzuführen sind diese auf das Verbraucherverhalten. "Wasser sparen macht Wasser teuer", stellte Jochen Becker, Geschäftsführer des ZLS, fest. Dr. Bernd Wieczorek, Verbandsvorsteher und Bürgermeister von Lollar, sprach von "neuen Herausforderungen" im Hinblick auf das Verbrauchsverhalten. So hatte die Verbandsversammlung über eine Änderung der Gebührensatzung zu entscheiden, die eine Erhöhung der Grundgebühren von zwei Euro pro Monat vorsieht. Die rückläufigen Einnahmen im Wasserverkauf, bedingt durch den zurückgehenden Verbrauch, machen diese Erhöhung notwendig. Um mittelfristig nicht ständig die Benutzungsgebühren zu erhöhen, wurde eine Anpassung der Grundgebühren mit knapper Mehrheit beschlossen.
Im Geschäftsbericht 2008 beschrieb Becker die Aktivitäten des ZLS. Neben den Maßnahmen im Wasserversorgungs-, Kläranlagen- und Kanalisationsbereich informierte der Geschäftsführer über betriebliche Optimierungsmaßnahmen und den Seminarbetrieb. Im Bereich der Wasserversorgung gab es in diesem Jahr zahlreiche Maßnahmen, so etwa die Erneuerung im Ortsnetz Treis, Leitungsverlegungen im Zuge des Baus der Ortsumgehung Mainzlar sowie der Sanierung der Lumdabrücke in Lollar sowie weitere Leitungserneuerungen und Erschließungen. Auf dem Gebäude der Betriebszentrale des ZLS ist seit November 2005 eine Photovoltaikanlage installiert. Die tatsächliche Energiegewinnung entspricht der vorhergesagten Menge von rund 16840 Kilowatt pro Jahr. Bei den Wasserverlusten, etwa durch Rohrbrüche, bewegt sich die Statistik derzeit nahezu an den Ideal-Kennwerten. 2008 waren bisher 40 Rohrbrüche zu verzeichnen, die Tendenz zeigt einen Anstieg. Wie Becker ausführte, kann man langfristig nur durch weitere Investitionen in die Netzerneuerung entgegensteuern. Im Betrieb Abwasser lag, wie schon in den Vorjahren, ein Schwerpunkt der Arbeiten auf der Optimierung der Kläranlage. Zu einer Plage ist auf dem Gelände der Kläranlage mittlerweile die Kaninchenpopulation geworden, die Nager unterhöhlen durch ihre Bauten Umgehungswege, Pflaster- und Dämmbereiche. Zum Betrieb Kanal verwies Becker auf TV-Inspektionen, Sanierung und Erneuerung sowie Erschließungen im Verbandsgebiet. Zentral für die Öffentlichkeitsarbeit war 2008 wieder der "Tag des Wassers" im April. Zudem finden regelmäßige Besichtigungen statt. "Aus der Praxis für die Praxis" ist das Motto der Weiterbildung. Dazu zählen ebenso Betriebspraktika, Diplomarbeiten und die betriebliche Ausbildung junger Menschen.

 

Auszug aus der Giessener Allgemeinen Auszug aus der Giessener Allgemeinen

Zeitung vom 12.12.2008Zeitung vom 12.12.2008

Wassergrundgebühr pro Anschluss wird um zwei Euro erhöht
Zweckverband legte Geschäftsbericht 2008 vor und zog Konsequenzen aus dem weiter sinkenden Wasserverbrauch

Lollar/Staufenberg (nh).
Aufgrund des weiter zurückgehenden Wasserverbrauchs hat der Zweckverband Lollar-Staufenberg (ZLS) eine Erhöhung der Grundgebühr um 2 Euro beschlossen. Die Benutzungsgebühr, sowie Abwasser- und Niederschlagsgebühren bleiben aber konstant. Der ZLS legte außerdem seinen Prüfungsbericht über den Jahresabschluss 2007, den Geschäftsbericht 2008 und den Wirtschaftsplan 2009 vor.
Laut Geschäftsführer Jochen Becker steht der »Betrieb auf gesunden Beinen«. Es wurde der Prüfungsbericht über den Jahresabschluss 2007 vorgetragen. Das Jahr sei mit einer »schwarzen Null« beendet worden, erklärte Becker. Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Reinhard Kuck stellte den Prüfungsbericht vor. Die Verbandsversammlung beschloss die Entlastung des Vorstandes und folgende Ergebnisverwendung: Aus dem Betrieb Wasserversorgung werden 33 299,39 Euro Jahresüberschuss von 2007 auf die neue Rechnung vorgetragen. Im Betrieb Abwasser werden die Gewinne aus den Vorjahren (2,81 Mio. Euro) und eines anteiligen Jahresüberschusses 2007 von 189 330,66 Euro in die allgemeine Rücklage eingestellt. Die restlichen 189 184,76 Euro des Jahresüberschusses werden auf die neue Rechnung vorgetragen. Beim Betrieb Kanal gehen die Gewinne aus den Vorjahren (820 311,14 Euro) und aus dem Jahresüberschuss 2007 (179 688,86 Euro) in die allgemeine Rücklage. Der Vortrag des restlichen Jahresüberschusses auf die neue Rechnung beträgt 104 213,96 Euro.
Becker präsentierte den Geschäftsbericht 2008. In der Wasserversorgung, sowie im Abwasser- und Kanalbetrieb wurden die Investitions- und Unterhaltungsmaßnahmen wie geplant durchgeführt. Wasserverluste durch Rohrbrüche konnten weiterhin gesenkt werden, obwohl die Zahl der Rohrbrüche in den letzten zwei Jahren wieder zugenommen hat. Hier müsse langfristig durch weitere Investitionen in die Netzerneuerung entgegengesteuert werden. Im Abwasserbetrieb lag ein Schwerpunkt bei der Anlagenoptimierung der Kläranlage. Außerdem hatte die biologische Bekämpfung der Kaninchenplage auf dem Kläranlagengelände bisher nicht den gewünschten Erfolg. Der Stromverbrauch der Kläranlage ist nach wie vor auf konstant niedrigem Niveau. Wenn dies so bleibe, bestehe kein Handlungsbedarf. Die Reststoffverwertung des Klärschlamms hält die Grenzwerte für eine landwirtschaftliche Klärschlammverwertung ein. Auch die Öffentlichkeits- und Seminararbeit hatte wieder großen Stellenwert beim ZLS. Insgesamt 16 Besuchergruppen besichtigten die Kläranlage und die Wasserversorgungsanlage. Am »Tag des Wassers« und am »Girls' Day« hatte sich der ZLS ebenfalls beteiligt. Außerdem wurden Seminare unter dem Leitspruch »Aus der Praxis, für die Praxis« angeboten. Diese wurden kostendeckend durchgeführt und waren für die 48 teilnehmenden Mitarbeiter gebührenfrei. Zehn Praktikanten absolvierten ein Betriebspraktikum und zwei Studenten der Fachhochschule Gießen-Friedberg schrieben ihre Diplomarbeit beim ZLS.
Becker gab auch einen Ausblick auf die Aufgaben für das kommende Jahr. In der Wasserversorgung müsse die Senkung der Wasserverluste weiter vorangetrieben und die geplanten Bauprojekte durchgeführt werden. Beim Abwasser und Kanal würden die Schwerpunkte weiterhin bei der Anlagenoptimierung und -ertüchtigung liegen. Ziel 2009 sei es, die Schnittmenge zwischen Aufwand, Kosten und Qualität zu erreichen.
Anschließend wurde der von der Geschäftsführung erstellte Wirtschaftsplan 2009 zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt. Der Erfolgsplan, der die zu erwartenden Umsätze, Erträge und Aufwendungen beinhaltet, sieht einen Ertrag von 6,38 Mio. Euro vor, der gleichzeitig als Aufwand einkalkuliert wird. Der Vermögensplan, in dem die Finanzierungsmittel dem Finanzbedarf beschränkt auf die wesentlichen Wertansätze gegenübergestellt sind, geht von Einnahmen beziehungsweise Ausgaben im Wert von 4,52 Mio. Euro aus. Ein neues Darlehen in Höhe von 715 200 Euro für Investitionen im Betrieb Wasserversorgung wird veranschlagt. Die Investitionen in den Betrieben Abwasser und Kanal können aus eigenen Mitteln finanziert werden. Für die Abwasserleitung und -behandlung wird die Verbandsumlage auf 107,60 Euro Einwohnergleichwert festgesetzt. Von dieser Umlage entfallen auf den Erfolgsplan rund 63 Prozent und auf den Vermögensplan etwa 37 Prozent. Im Betrieb Wasser wurde mit einer Erhöhung der monatlichen Grundgebühr um 2 Euro je Anschluss ohne Staffelung kalkuliert. Diese dient der Deckung der Fixkosten, die 85 Prozent der Kosten in der Wasserversorgung ausmachen und der mittelfristigen Stabilisierung der Einnahmen. Der kontinuierlich zurückgehende Wasserverbrauch mache diese Maßnahme notwendig, erläuterten Becker und Verbandsvorsteher Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek. Ab 1. Januar 2009 ist die neue Grundgebühr gültig. Die Benutzungsgebühren, sowie die Abwasser- und Niederschlagsgebühren bleiben stabil. Der Wirtschaftsplan wurde mit acht Ja-Stimmen, einer Nein-Stimme und sechs Enthaltungen angenommen. Die sich daraus ergebende Satzungsänderung wurde mit vier Gegenstimmen angenommen.


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