Auszug aus der Giessener Allgemeinen
Zeitung vom 17.05.2008
Quiz-Gewinner erhielten Saisonkarten fürs Freibad
Lollar/Staufenberg (age). Sie haben ihre Saisonkarte - die Preisträger des Gewinnspiels, das der Zweckverband Lollar-Staufenberg (ZLS) am Tag der offenen Tür, dem 12. April, auf seinem Betriebsgelände am Sandweg in Lollar angeboten hatte. Bei dem »Kläranlagen-Quiz« galt es, sechs kniffelige Fragen richtig zu beantworten. Tim Kordyaka (links), Luca Olbrich (2. von rechts) und Christian Sachs wurden vom ZLS unter den Teilnehmern per Los als Gewinner ermittelt. Sie freuten sich über jeweils eine Saisonkarte für das Waldschwimmbad der Stadt Lollar. ZLS-Geschäftsführer Jochen Becker (3. von rechts) übergab die Preise, die von der Stadt Lollar gestiftet worden waren, zusammen mit Kläranlagenleiter Uwe Stengel (rechts). Annett Sachs (Mitte) nahm den Preis für ihren Sohn Christian entgegen.

(Bild: Geck)
Auszug aus dem Giessener Anzeiger
vom 17.05.2008
Gewinner zum „Tag des Wassers“ ermittelt
Preisverleihung zum Quiz auf der Kläranlage beim Zweckverband Lollar/Staufenberg
Lollar (sl). Am 12. April fand der “Tag des Wassers” auf der Kläranlage des Zweckverbandes Lollar/Staufenberg (ZLS) statt. Dabei gab es auch ein Kläranlagen-Quiz, bei dem jetzt die Gewinner ermittelt wurden. Gefragt wurde unter anderem, welche der Flüssigkeiten den niedrigsten pH-Wert hat, und dabei standen Apfelsaft, Seifenlauge, Trinkwasser und Cola zur Auswahl. Dann wurde gefragt, wie viele Fischarten in der Lahn leben. Die drei jungen Gewinner hatten sehr gut bei der Führung aufgepasst und zugehört, denn sie hatten mit 34 Fischarten, und Cola die Fragen richtig beantwortet. Auch Fragen über das Herzstück der Kläranlage und die Verwendung des Klärschlamms bereiteten ihnen keine Probleme. Wie Geschäftsführer Jochen Becker dazu erklärte, habe man deshalb drei erste Preise ausgelost, jeweils eine Jahreskarte für das Lollarer Waldschwimmbad. Sie gingen an Tim Kordyaka, an Luca Olbrich und Christian Sachs, alle neun Jahre alt.

Für Christian Sachs nahm seine Mutter Annett (links) die Jahreskarte entgegen. Mit allen freuten sich Geschäftsführer Becker (hintere Reihe, Zweiter von rechts) und Uwe Stengel vom ZLS, aber auch Ulrike Olbrich, Lucas Mutter, die mitgekommen war.
(Bild: Scherer)
Auszug aus dem Gießener Anzeiger
vom 14.04.2008
Faszinierende Mikroorganismen beobachtet
LOLLAR (sl). Eine Kooperationsveranstaltung war der „Tag des Wassers“, den der Zweckverband Lollar/Staufenberg (ZLS) zusammen mit dem Regierungspräsidium Gießen, unter Beteiligung der Fachhochschule Gießen/Friedberg am Samstag auf dem Gelände der Kläranlage in Lollar durchführte.
Eröffnet wurde die Veranstaltung von Lollars Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek, da Regierungspräsident Wilfried Schmied wegen anderweitiger Termine erst später dazu kam. Wieczorek erinnerte dabei an die Bedeutung sauberen Trinkwassers, das in vielen Teilen der Welt auch heute noch keine Selbstverständlichkeit ist . Geschäftsführer Jochen Becker erklärte, dass das Motto des heutigen Tages „Sanitation“ laute, womit selbst die Vereinten Nationen auf die Abwasserentsorgung aufmerksam machen wollten. Es sei eines der zentralen Umwelt- und Entwicklungsprobleme, das mehr als 2,5 Milliarden Menschen auf der Welt betreffe, das Fehlen einer sanitären Grundversorgung. Der Weltwassertag solle dazu dienen, auf diese Probleme aufmerksam zu machen, aber auch um auf den allgemeinen Wert des Wassers hinzuweisen.
Oskar Lückel, von der Abteilung Umwelt des Regierungspräsidiums begrüßte, dass es solche Veranstaltungen gebe, weil dadurch die Wahrnehmung in der Bevölkerung geschärft werde . „Der Schwerpunkt liegt heute auf der Abwasserentsorgung, und was alles geschehen muss, bis das Wasser wieder bedenkenlos in die Lahn eingeleitet werden kann“, betonte er, und stellte in diesem Zusammenhang fest, dass die Lollarer Kläranlage „eine der modernsten im ganzen Landkreis ist“. Bürgermeister Gerhard Schmidt aus Wettenberg dankte Becker, der sich zusammen mit seinem Team wieder sehr viel Mühe gegeben habe, den Tag zu einem eindrucksvollen Erlebnis für die Besucher werden zu lassen.
Im Anschluss konnte eine Ausstellung besichtigt werden, bei der Kinder der Klassen drei der Grundschule in Wissmar, sich mit dem Thema Wasser in Wort und Bild auseinandergesetzt hatten. Es gab zahlreiche Informationen, und Fachpersonal führte über die vollautomatische Anlage, bei der ein Bereitschaftsdienst jederzeit bei einer Störung erreichbar ist. Im Regenrückhaltebecken, direkt vor dem Grundstück des ZLS, wird das Wasser angesammelt, und nur jeweils so viel abgerufen, wie die Anlage auch verarbeiten kann. Interessant war für die Besucher dann der eigentliche Reinigungsprozess, der in mehreren Stufen abläuft. Nach einer Grobreinigung im Einlaufbecken und der Schlammentwässerung, läuft das Wasser über den Sandfang in das Belebungsbecken, und von da in das Nachklärbecken, ehe es bedenkenlos in die Lahn eingeleitet werden kann. Nachdem die Besucher den Reinigungsvorgang im Original gesehen hatten, konnten sie ihn an dem Modell einer Kläranlage, die von der Fachhochschule nachgebaut wurde, nochmals verfolgen. Im Labor war dann Gelegenheit mittels einer mikroskopischen Anschauung per Kameraübertragung, auf einem Bildschirm kleine Tierchen zu beobachten, die in Flüssen vorkommen. Für viele Fische sind kleine Organismen als Nahrung lebensnotwendig. Sie zeigen aber vor allem, ob Gewässer durch Abwässer belastet sind. Ein Messplatz zur Bestimmung von ph-Werten in verschiedenen Stoffen war ebenfalls vorhanden, und Filmvorführungen zu wasserwirtschaftlichen Themen gab es im Obergeschoss des Betriebsgebäudes. Im Hofbereich hatte die Firma Hüttl aus Wettenberg ein Kamerafahrzeug aufgestellt und informierte, wie man damit Kanäle untersuchen kann. Natürlich gab es auch Aktivitäten für die Kinder, für die Malen und Schminken angesagt war.
Für Schulabgänger interessant ist ein neuer Beruf einer „Fachkraft für Wasserwirtschaft“, über den im Foyer informiert wurde. Hier hatte man auch ein großes Büfett mit Kaffee, Kuchen und Würstchen aufgebaut, und zu guter letzt gab es noch ein Quiz, bei dem etliche Fragen zu dem Gesehenen und Gehörten abgefragt wurden. Unter den Teilnehmern mit den meisten richtigen Antworten werden drei Jahreskarten für das Lollarer Waldschwimmbad verlost.
Schüler der dritten Klasse der Grundschule Wissmar hatten sich in Wort und Bild mit dem Thema Wasser beschäftigt. Ihre Arbeiten waren in einer Ausstellung zu sehen.![[Keine Beschreibung eingegeben]](files/weltwassertag_2008_wasser1.jpg)
Mit Interesse folgten die Besucher den Ausführungen über die Reinigung des Abwassers. Hier das Belebungsbecken, in dem Bakterien und Sauerstoff dafür eingesetzt werden.
Am Nachbau einer Kläranlage konnten die Besucher das vorher im Original Gesehene jetzt am Nachbau nochmals nachvollziehen.
Bilder:Scherer
Auszug aus der Gießener Allgemeinen
Zeitung vom 14.04.2008
"Braune Brühe" ist ein Studienobjekt für Fachhochschüler
"Tag der offenen Tür" am Klärwerk des Zweckverbandes Lollar-Staufenberg bot eine Fülle an interessanten Informationen
Lollar (vh). Der diesjährige Tag der offenen Tür am Klärwerk des Zweckverbands Lollar-Staufenberg (ZLS) stand ganz im Zeichen des internationalen 'Day of Water' (Tag des Wassers), der eigentlich schon am 22. März stattgefunden hatte und das Motto 'Siedlungshygiene und Abwasserentsorgung' bediente. Der ZLS betreut ein Kanalnetz von 125 Kilometern Länge. Zum 'Tag des Wassers' kooperierte der Zweckverband mit dem Regierungspräsidium Gießen und der Fachhochschule Gießen-Friedberg (FH). Regierungspräsident W. Schmied hatte die Schirmherrschaft übernommen.
Die Kläranlage des Zweckverbands liegt am Sandweg in Lollar westlich der Eisenbahntrasse. Daher ist die Anlage so gut wie nicht für die Öffentlichkeit einsehbar. Umso interessanter ist so ein 'Tag der offenen Tür' für Groß und Klein. ZLS-Geschäfsführer, Dipl.-Ing. Jochen Becker, hat wieder einmal den großen 'Aha-Effekt' festgestellt. Damit die in den Haushalten des ZLS-Gebietes verursachte mehr oder weniger braune Brühe wieder bedenkenlos in die Lahn abgeleitet werden kann, gibt es viel zu tun.
Vor allem der dahinter verborgene technische Aufwand fasziniere die Besucher stets aufs Neue, so Becker. Ist auch irgendwie klar: Klärtechnik von anno dazumal kann nur ansatzweise mit heutigen Möglichkeiten in Vergleich gestellt werden. Allein die Digitalisierung der Arbeitsprozesse, also Steuerungstechnik, die ein Besucher draußen auf der eigentlichen Anlage so nicht sehen kann. Abwassermeister Uwe Stengel und Kollege Karlheinz Ochs führten Besucher über die Klänanlage und beantworteten geduldig Fragen. Um schon die Jüngsten für Wasser und Abwasser zu sensibilisieren, wurden im Vorfeld der Veranstaltung alle Grundschulen im ZLS-Gebiet angeschrieben und aufgefordert, sich mit Gedichten, Geschichten und Bildern am Wassertag zu beteiligen. Im Schulungsraum wurden Arbeitsergebnisse der Grundschule Wißmar (Klassen 3a und 3b) präsentiert. 'Die bleiben sogar noch einige Zeit länger hier', hat Becker beschlossen. ZLS und FH stehen schon länger in Kontakt miteinander. Becker erläutert den Vorteil für die Studierenden, die zur Gießener Kläranlage natürlich wesentlich kürzeren Weg hätten. Doch sei dieses Klärwerk zu groß und komplex dimensioniert, um es für Studienzwecke optimal nutzbar zu machen. Schließlich seien Studenten noch keine Fachleute, so Becker. In Lollar bleibe die Übersicht der technischen Komponenten und Abläufe gewahrt - darüber hinaus biete der Seminar- und Vorführungsraum weitere Schulungsmöglichkeiten. Diplomarbeiten der FH-Abgänger hätten bereits zu betrieblichen Verbesserungen am ZLS-Klärwerk geführt.
Mitarbeiter der FH hatten für die Besucher eine Labor-Kläranlage aufgebaut und Schmutzwasser aus dem Zulauf der Kläranlage im kleinen, aber prinzipiell übertragbaren Maßstab gereinigt. Zum Vergleich: eine Laborkläranlage für Forschung und Lehre schafft 100 Liter Schmutzwasser pro Tag, die ZLS-Anlage in Lollar fünf Millionen Liter bei Normalbetrieb und 20 Millionen Liter bei stärkerem Regen, so Becker. Neben allgemeiner Information war diesmal auch konkreter Aufklärungsbedarf vonnöten. Im Zuge der Eigenkontrollverordnung für den Abwasserbereich, die zurzeit nur im öffentlichen Bereich gilt, die aber irgendwann auf Privathaushalte ausgeweitet werden soll, sind schon jetzt selbst ernannte Kontrollöre unterwegs, um in Vorspiegelung falscher Tatsachen Dichtigkeitsuntersuchungen an Hauskanälen durchzuführen Dipl.-Ing. Thomas Gorchs (Hüttl Kanaltechnik, Wettenberg) informierte hierzu.
Birte Handelmann (l.) und Rolf Liebeneiner von der Fachhochschule Gießen bauten eine Labor-Kläranlage auf. (Foto: vh)
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